Meinesgleichen

Unschuldslamm Karl-Heinz Grasser kann nichts offenlegen

Falter & Meinung | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Karl-Heinz Grasser ist ein Medienopfer. Er hat immer alles offengelegt. Nie hat er bei Einvernahmen etwas gegen sich gesagt, vor schierem Willen, alles offenzulegen, musste er in einer einzigen Befragung, wie jetzt bekannt wird, 98 Mal sagen, er beantworte diese Frage nicht. Er war eben, schauen Sie, Frau Thurnher, immer ein Mann der klaren Auskünfte. Dass seine tüchtigen Anwälte alles tun, um vor allem in Liechtenstein und in der Schweiz die Ermittlungen der Behörden in die Länge zu ziehen, dient letztlich nur der Wahrheitsfindung, denn belastende Ergebnisse würden nur jene niederträchtige Schmuddelpresse weiter aufhussen, die es ohnehin nur darauf abgesehen hat, Grasser schlechtzumachen.

Jetzt hat sich auch noch sein Steuerberater der allgemeinen KHG-Kübelei angeschlossen. Bei einer Befragung durch ermittelnde Beamte der Justiz sagte er: "Im April 2009 kam KHG zu mir und sagte, er will jetzt offenlegen. Ich habe ihn gefragt, warum erst jetzt. Der Grund war, glaube ich, dass Meinl am 1.4.2009 verhaftet wurde. Ich hatte das Gefühl, dass er Angst hatte, der Nächste zu sein.“ Über fünf Millionen Euro hatte Grasser zuvor nicht versteuert. Erschreckend, welche Wirkung eine Festnahme haben kann. Wie gut, dass Karl-Heinz Grasser niemals festgenommen wurde. Er wäre in seinen Bestrebungen, die Wahrheit bei sich zu behalten, gröblichst beeinträchtigt worden. Und die Wahrheit für sich zu behalten, ist Menschenrecht, das hat der gute Mann nun hinlänglich offengelegt.


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