Am Gängelband der      Ministerialräte

Gastkommentar: Hans Pechar | Falter & Meinung | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Vor zehn Jahren reformierte die blau-schwarze Koalition die Universitäten. Haben sich die Befürchtungen erfüllt?

Wer erinnert sich noch an das "Dezemberfieber“, das die Universitäten regelmäßig heimsuchte, solange sie im Rahmen der Kameralistik finanziert wurden? Wer damals sparsam gewirtschaftet hatte und gegen Jahresende noch über Reserven verfügte, musste diese auf Teufel komm raus ausgeben. Andernfalls war nicht nur das Geld weg, sondern im Folgejahr drohte eine Budgetkürzung. Man hatte schließlich bewiesen, dass man mit weniger auskam.

Solange die Universitäten nachgeordnete Behörden des Ministeriums waren, wurden sie von der Bürokratie wie unmündige Kinder behandelt. Allerdings erhob der Kulturstaat auch den Anspruch, eine wohlwollende Schutzmacht zu sein, die es den Universitäten an nichts mangeln lasse, ohne sich in deren innere Angelegenheiten einzumischen. Ob das jemals zutraf, sei dahingestellt. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nahmen die Spannungen zwischen

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