Ein spätes Treffen

Politik | Bericht: Nina Horaczek | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Ein Falter-Interview mit dem Folteropfer Bakary J. bewegt das Innenministerium zu einer wichtigen Geste

Der Tisch ist reserviert. Als Bakary und Michaela J. vergangenen Mittwochnachmittag das Palmenhaus im Burggarten betreten, wartet ein Mann im dunklen Anzug auf sie. "Ich weiß, es ist spät“, sagt er zur Begrüßung, "aber ich darf Ihnen heute im Namen des Innenministeriums sagen, dass wir aufrichtig bedauern, was die Polizisten Ihnen angetan haben. Diese Tat ist durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.“ Sechs Jahre hat das Folteropfer Bakary J. auf diesen Tag gewartet. Vergangene Woche bat Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, ihn zu einem Treffen, um sich im Namen des Ministeriums offiziell zu entschuldigen.

Im April 2006 war Bakary J. nach einer gescheiterten Abschiebung von vier Polizisten in eine Lagerhalle gebracht und gefoltert worden. Die Beamten führten eine Scheinexekution durch und verletzten den heute 38-Jährigen schwer. J. erlitt einen komplexen


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