Das bunte Herz der afrikanischen Finsternis

Politik | Rezension: Julia Kospach | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Der Kongo steht in Europa für Krieg und Tod. David Van Reybroucks grandioses Werk beseitigt nun die Klischees über das afrikanische Land

Erst war es Elfenbein, danach Kautschuk, schließlich Bodenschätze wie Gold, Kupfer, Uran, Diamanten oder Coltan. Der Kongo, das riesige zentralafrikanische Land von der Größe Westeuropas, war immer schon reich an Bodenschätzen. Begleitet von brutaler Ausbeutung seiner Bevölkerung machte es im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts der belgische König Leopold II. zu seinem privaten Selbstbedienungsladen. 1908 wurde es zu einer belgischen Kolonie.

Als der Kongo am 30. Juni 1960 seine schlecht vorbereitete Selbstständigkeit erlangte, übernahm seine erste Regierung unter Premier Patrice Lumumba zwar ein Land mit gut ausgebauter Infrastruktur: 40.000 Kilometer Eisenbahnlinien und 140.000 Straßenkilometer, Dutzende Flughäfen und Kraftwerke, eine moderne Industrie und die Anfänge eines allgemeinen Gesundheitswesens. Allerdings war da niemand, der mit


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