Liebe im Kolonialstil: Ulrich Seidls neuer Film "Paradies: Liebe“ in Cannes

Feuilleton | Julia Pühringer | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

 Es hat eine Weile gedauert, bis sich Ulrich Seidls über Jahre gedrehtes Material zu einem Film zusammenfinden wollte, schließlich wurden daraus gleich drei. Bei der letzten Viennale konnte man erste Einblicke in die "Paradies“-Trilogie erhalten, der erste Teil "Paradies: Liebe“ hatte nun im Wettbewerb von Cannes Premiere.

Die Liebe jedoch ist hier nicht Ergebnis, sondern naiv erträumtes Ziel. Drei Frauen um die 50 reisen auf Cluburlaub nach Kenia. Während sie in der Sonne brutzeln, bringen sich am Strand die "Beach Boys“ in Stellung. Sie verkaufen Armbänder, Strandspaziergänge und Sex. Teresa (Margarethe Tiesel) tut sich anfangs noch schwer mit der käuflichen Liebe mit den jungen schwarzen Männern. Doch zwei erfahrene Freundinnen weisen sie ins Dasein einer "Sugar Mama“ ein.

Der erste Kerl ist ihr noch zu aufdringlich, mit dem zurückhaltenderen Munga (Peter Kazungu) lässt sie sich dann aber gern ein. Und findet erstaunlich schnell eine Stimme, wenn es darum geht zu erklären,


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