Kraliceks Festwochentagebuch  

Was hat der Elefantenmensch in Nazideutschland zu suchen?

Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (3)

Feuilleton | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Wolfgang Kralicek sieht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Dienstag, 22. Mai: Liebes Tagebuch! Manchmal verstehe ich die Leute nicht. Was, zum Beispiel, finden sie am neuen Stück von Ariane Mnouchkine so toll? In "Les Naufragés du Fol Espoir [Aurores]“ erzählt die legendäre Regisseurin mit ihrem Théâtre du Soleil von Dreharbeiten zu einem Stummfilm. Während draußen der Erste Weltkrieg droht, wird im Studio eine Abenteuergeschichte gedreht, die in der Gründung eines utopischen Inselstaates gipfelt. Die Message des Vierstünders geht über den Satz "Geld verdirbt die Welt“ nicht hinaus, die Schauspieler müssen meist im expressiven Stummfilmmodus agieren. "Das Problem ist, dass sie auch dann noch so spielen, wenn Drehpause ist“, merkt mein Festwochenfreund A. treffend an. Am Ende bereuen wir beide, dass wir zur Pause nicht ins nahegelegene Schweizerhaus geflüchtet sind.

Freitag, 25. Mai: Im Schauspielhaus steht die erste Produktion der Reihe Forum Festwochen auf dem

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