Das Leben der Boem-Boheme

Feuilleton | Begegnung: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Agent Provocateur: Der Künstler Alexander Nikolic inszeniert bei den Wiener Festwochen eine Gastarbeiter-Oper

We don’t need no integration!“ Voll Inbrunst covert der Mann im Parka Pink Floyds "Another Brick in the Wall“. Angesungen wird im Youtube-Trailer für die "New Boemian Gastarbeiter Opera“ auch der Integrationsstaatssekretär: "Hey, Kurz! Don’t judge from above!“

Der wütende Mann heißt Alexander Nikolic und ist Künstler. Wer ihn kennenlernen möchte, muss ihn in seinem Biotop treffen: im Café Boem. Das Lokal liegt in der Koppstraße, dort wo Ottakring noch Arbeiterbezirk ist und nicht Bobohausen. Das Boem war immer schon ein typisches Jugo-Beisl, laut und abgefuckt.

Durch die Neuübernahme vor zwei Jahren hat sich das nicht geändert, auch wenn nun an der orangen Fassade Leuchtreklame für die Hamburger Gentrifizierer-Brause Fritz-Kola hängt. Sogar den Namen - Boem wie Boheme - gab es schon. Jetzt besuchen das Boem die Hackler von früher, aber auch Künstler, Musiker


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