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Feuilleton | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Kurz besprochen: Spielwiesen des Teufels - Literatur und Totalitarismus

Stalinismus

Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an Anna Achmatowa. Suhrkamp, 204 S., € 19,50

Nadeschda Mandelstam, Frau des im Gulag gestorbenen Ossip Mandelstam, und Anna Achmatowa, eine der bedeutendsten Dichterinnen des 20. Jahrhunderts, erlebten nicht nur zwei Weltkriege, sondern auch den stalinistischen Terror gemeinsam. Halt fanden sie in der Literatur, was durchaus als heroisch gelten darf in Zeiten, in denen Gedichte noch auswendig gelernt werden mussten, um sie vor der Vernichtung zu bewahren, weil ihre Veröffentlichung den Tod bedeuten konnte.

Als Einführung eignen sich diese losen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1967, aus denen man über die Verfasserin genauso viel erfährt wie über den widersprüchlichen Charakter der in der Öffentlichkeit zur Ikone erstarrte Dichterin, allerdings kaum. Zu viel wird vorausgesetzt; und die außergewöhnliche Reflexionskraft Mandelstams konzentriert sich weniger auf historische

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