Ohren auf  

Spiel mir das Lied von der Liebe

Sammelkritik: Erbauliches aus dem österreichischen Popuntergrund

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Wäre Wolfgang Möstl ein Isländer in New York oder ein Franzose in Berlin, sein Name würde längst durch die internationalen Musikblogs rauschen. Er ist aber nur ein Steirer in Wien, und das ist eindeutig nicht der Stoff, aus dem der neue Pitchfork-Hype gemacht wird. Bekannt als treibende Kraft hinter der Grungeband Killed By 9V Batteries, schwingt der junge Musiker auf "Eat Skull“ (Siluh/Fettkakao), dem Debüt seines Soloprojekts Mile Me Deaf, zwar erneut die akustische Streitaxt und bietet Gitarrenkracher in Sonic-Youth-Manier, die frühere Aggressivität ist aber der Schwermut gewichen. Ein alter Drumcomputer pluckert, eine Mundharmonika gibt es auch, dazu verwegene Romantik nicht zu knapp. Kurz: ein großes kleines Stück Lo-Fi-Pop!

Ein Kandidat für den besten Plattentitel des Jahres ist "Trust Me Fuckers“ (Lotterlabel), mit dem Fuzzman um Zuneigung buhlt. Fuzzman ist das Soloprojekt des Naked-Lunch-Musikers Herwig Zamernik, das zwei Alben lang für schönen, aber doch recht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige