Basics  

Sind die Beeren da, koch Marm elade, dass es Gott erbarm!

Grundkurs Kochen (154)

Stadtleben | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Heimische Erdbeeren sind schon da, und das ist bekanntlich erst der Anfang des Einkochens. Zuerst aber eine Klarstellung. Österreichisch ist "Konfitüre“ und nicht, wie hierzulande irrtümlicherweise angenommen, Marmelade. "Marmeladinger“ nannte man deswegen seit der Nazizeit ungeliebte Deutsche, weil sie uns die Konfitüre ausreden wollten. Wir sind Konfitüringer, ohne es noch zu wissen.

Um richtig einzukochen, braucht man keine komplizierten Gerätschaften. Ein gutes Kochbuch hilft. Wir empfehlen die Marmeladenbibel der Französin Christine Ferber. Man braucht Töpfe und saubere Einkochgläser. Dazu am besten Deckel abschrauben, in kochendem Wasser sterilisieren, auf Tuch trocknen lassen. Ferner einen Spezialtrichter, um die heiße Konfitüre einzufüllen. Man füllt das Glas bis zum Rand, schraubt es zu und stellt es auf den Kopf, bis der Inhalt abgekühlt ist. Dadurch dichtet es besser, und es schimmelt nichts.

Ein Ribiselgelee nach Frau Ferber geht zum Beispiel so: Netto 1,5 kg Ribiseln (gerebelt!), 200 ml Wasser, 1 kg feiner Zucker, Saft einer halben Zitrone. Beeren mit Wasser in einem großen Topf aufkochen, Deckel drauf. 10 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren platzen. Durch ein Sieb in einen zweiten Topf gießen, Beeren mit der Schöpfkelle ausdrücken. Aufgefangenen Saft mit Zucker und Zitronensaft in einem Topf etwa 10 bis 15 Minuten kochen. Ein paar Tropfen auf einen kleinen Teller träufeln, wenn sie gelieren, ist das Gelee fertig. Topf vom Herd nehmen, Gläser wie beschrieben füllen und schließen. AT

Christine Ferber: Die Marmeladenbibel. Christian Verlag, 312 Seiten, € 39,90


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