Ins Mark  

Keine Angst vor der Abrissbirne!

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 22/12 vom 30.05.2012

Beim Altstadtschutz gehen die Wogen hoch, diagnostizierte die Kleine Zeitung, nachdem die hauseigene Stadtzeitung G7 über die Pläne der Altstadtsachverständigenkommission (ASVK) berichtet hatte. Empörte Leser meldeten sich zu Wort, ein stadtbekannter Bauherr oder die Soko Altstadt. Weil die der ASVK vorstehenden Architekten Wolfdieter Dreibholz und Michael Szyszkowitz ihre diskussionstauglichen Ansichten bezüglich Erneuerung, Abriss und Nachverdichtung zu Protokoll gegeben hatten.

Wenn nun ein KPÖ-Gemeinderat mit der Bemerkung, dies sei "unerträgliches Urbanitätsgeschwafel“, den Rücktritt der beiden Herren fordert, dann hat er was nicht verstanden. Zum Beispiel, dass wir uns hier nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag einrexen können. Eine Stadt ist ein lebendiger Organismus, Veränderung überlebensnotwendig, und niemand hat behauptet, er würde gerne die Oper abtragen. Dreibholz und Szyszkowitz dachten nur laut über Abbruch von Gebäuden nach, die etwa, wie Szyszkowitz im Gespräch mit dem Falter betont, über keinen architektonischen Wert verfügen und marod sind.

Sicher, die Angst vor "Stahlbetonmonstern“, die ins Altstadtensemble hineingeklotzt werden, ist nachvollziehbar. Wie auch die Freude von Acoton-Chef Gerald Gollenz über das Ende der Ära Gertrude Celedin bei der ASVK - sie galt als strenge Bewahrerin. Doch mitnichten will die ASVK jeder architektonischen Schandtat Tür und Tor öffnen: Bauvorhaben sollen einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen werden. Die ASVK heißt Investoren willkommen, wird ihnen aber auf die Finger schauen. Szyszkowitz: "Die wissen nicht, dass auf sie nun härtere Zeiten zukommen!“

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige