Vor 20 Jahren im Falter  

Wie wir wurden, was wir waren

Wir über uns | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Krisen lösen

Diese Kolumne kann als Schnellkurs in Geschichte verstanden werden. Besonders schnell ging es in Ausgabe 23/1992. Anlass: eine zum 70. Geburtstag des Krone-Herausgebers Hans Dichand erschienene Biohagiografie, verfasst von Hans Janitschek, dem New-York-Korrespondenten der Kronen Zeitung.

Das ist lange her. Politisches Thema war die Wiener Wahlniederlage der SPÖ unter Zilk. Die Vorsitzende einer Margaretener Sektion 10 macht sich wichtig. Ihr Name: Renate Brauner. Sodann beschwor Peter Pelinka Bürgermeister Dr. Hannes Swoboda als Arzt am Krankenbett der Sozialdemokratie. Michael Häupl, ebenfalls den Reformern zugerechnet, galt als möglicher Parteiobmann. Im 22. Bezirk auf dem Flugfeld Aspern sollte ein Stadtteil für 100.000 Menschen entstehen, berichtet Heinz Wagner.

Nun aber zur Dichand-Biografie (Zitate kursiv): "Dichand ging zur Marine. Irgendwann schloss er auch Lehre und Abendmatura ab. Ausbildung in Stralsund, hart aber fair. Mit Frachter Leverkusen untergegangen, gerettet. Auf italienischem Schiff nach italienischem Kriegsaustritt nach Spanien verschlagen, dort wieder in Wehrmacht eingegliedert. Marineschulen, Kapitänspatent, Unterricht an Navigationsschule in Lettland. Dortselbst eigenhändig Gaskrieg verhindert. Kommando über Schlepper im Kanal. Versenkt. Kriegsgefangen. Schließlich bei Alliierten in Graz. Lyrik im Gefangenenlager. Seit damals positive Einstellung dazu. Niemals Lyriker aus Redaktionsstube gewiesen. Dank britischer Büroschulung erster Job in Redaktion, bei britischem Nachrichtendienst. Dann Chef der Murtaler Zeitung, dann schließlich der Kleinen Zeitung. In Wien gründet Polsterer den Kurier, Dichand wird geholt. Seine Nase verfeinert sich. Er spürt schon damals, dass eine Zeitung, die sich für einen versöhnlicheren Kurs gegen ehemalige Nationalsozialisten entschied, große Sympathien erwerben konnte. Gesagt, getan. Folge: Konflikt mit Lokalchef Fischer, ehemaligem KZ-Insassen. Schließlich Lösung durch Entlassung Fischers.“ AT


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