Kolumne 

Darf man in einem Land wie der Ukraine zu einem Fußballspiel?

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Autoritäre Regime tun sich schwer, aus Erfahrung zu lernen. Immer wieder hoffen sie, über die Ausrichtung internationaler Großveranstaltungen ihr Land in ein positives Licht zu rücken. Das Gegenteil ist der Fall: Die Zustände werden der Öffentlichkeit erst richtig bewusst.

Am Freitag beginnt die Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Die Entscheidung, sie in zwei ehemaligen Staaten des Ostblocks diesseits und jenseits der EU-Grenzen auszutragen, war gut.

Polen war auf dem Weg zum EU-Musterland, und die Ukraine schien im Schwung der orangen Revolution auf dem Weg zur Annäherung an das demokratische Europa.

Inzwischen versinkt die Ukraine in einem Sumpf mafiöser Geschäfte und obskurer Machtkämpfe. Der Kiewer Präsident hat die unangenehme Gewohnheit, oppositionelle Politiker unter absurden Vorwänden ins Gefängnis zu stecken.

Zusammen mit Viktor Juschtschenko, der einen Giftanschlag überlebt hatte, war Julia Timoschenko 2004 die Führungsfigur der orangen Revolution, die das Land nach


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