Das griechische Gespenst schreckt Europa


Analyse: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Wie gefährlich sind der Kommunist Alexis Tsipras und seine griechische Syriza-Partei für die EU?

Es ist ein hübsches Gespenst, das diesmal in Europa umgeht, ansehnlicher als der rauschebärtige Karl Marx oder der glatzköpfige Lenin. Alexis Tsipras, 38, ist smart, eloquent - und derzeit Europas größter Angstmacher.

Am 17. Juni wählt Griechenland ein neues Parlament, nachdem eine Regierungsbildung nach den Wahlen im Mai scheiterte. Der Kommunist Tsipras, Vorsitzender von Syriza, einem Bündnis aus neun verschiedenen Parteien von sozialistisch bis ökologiebewegt, könnte laut derzeitigen Meinungsumfragen Wahlsieger werden. Dann wäre die Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit einem Kommunisten als Verhandlungspartner konfrontiert.

Einen "Che Guevara aus Griechenland“ nennt die deutsche Welt den Syriza-Chef, von einem "linken Emporkömmling“ spricht der Economist, und die Financial Times lobt sein Charisma. Doch wofür

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