König sticht Bube

Politik | Analyse: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Wer in der FPÖ in einen Skandal verwickelt wird, muss zurücktreten - oder wird befördert

Martin Graf ist angeschlagen. Anfang der Woche kündigte der Dritte Nationalratspräsident an, sich aus der Gertrud-Meschar-Privatstiftung zurückzuziehen. Wie berichtet, soll er als Stiftungsvorstand die 90-jährige Stifterin übervorteilt haben. Sollte herauskommen, dass persönliche Bereicherung im Spiel war, muss Graf die politischen Konsequenzen ziehen, richtete ihm Parteichef Heinz-Christian Strache öffentlich aus.

Graf sollte die Warnung ernst nehmen. Die Vergangenheit zeigt, dass Strache bereit ist, wichtige Mitstreiter fallenzulassen. Sie zeigt aber auch, dass Skandale freiheitlichen Politikern auch nützen können. Eine Bilanz der letzten Jahre:

2008, Susanne Winter. Im Grazer Gemeinderatswahlkampf 2008 sorgt Spitzenkandidatin Susanne Winter für einen internationalen Eklat. Beim FPÖ-Neujahrstreffen bezeichnet sie den Propheten Mohammed als "Kinderschänder“, er habe den Koran in "epileptischen


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