Spielfelder auf Schlachtfeldern

Politik | Reiseessay: Erich Klein/Ukraine | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Wo heute Europa Fußball spielt, wütete einst Europas Geschichte. Eine Reise zu den Spielstätten der EM

Sechs Autostunden sind es ins ungarische Provinznest Záhony. Der Kreisverkehr verrät: Links geht es nach Polen, rechts nach Rumänien. Das österreichische Kennzeichen winken die Grenzposten einfach durch - in die Ukraine.

Ukraine - wörtlich: Land an der Grenze -, neben Polen Gastgeber der EM. Wenn man das Land betritt, gelangt man nach Tschop, bis zum Fall des Kommunismus der respekteinflößende Hauptbahnhof, von wo es weiter in die UdSSR ging.

Stacheldrahtverhaue, Hundepatrouillen, Soldaten in unzähligen Erdbunkern, Flutlicht rund um die Uhr prägten die Grenze. Heute ist die monumentale Bahnhofshalle leer, von hier fahren fast nur Lokalzüge in die Karpatho-Ukraine, eine finstere Provinz im seinerzeitigen Österreich-Ungarn, so wie im Sowjetreich. Manche sehen in der von Radfahrern, alten Frauen und einigen Kindern vor den Häusern geprägten Idylle indes das Zentrum Europas.

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