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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Tagebuch des Ausnahmezustands

Aus dem arabischen Frühling in Syrien ist ein blutiger Winter geworden. Dem Land droht ein Bürgerkrieg. Regierung und Rebellen stehen sich immer unversöhnlicher gegenüber, und China und Russland blockieren ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Inmitten der Repression und Gewalt seitens des Regimes von Präsident Baschar Al-Assad veröffentlichte die Schriftstellerin Samar Yazbek mit dem Werk "Schrei nach Freiheit“ ein Protokoll des Lebens im syrischen Ausnahmezustand als Tagebuch.

Außergewöhnlich ist das Werk, weil die Autorin einer einflussreichen alawitischen Familie entstammt und einen privilegierten Status in Syrien genossen hatte, bis sie sich mit der Protestbewegung solidarisierte. Lösungsvorschläge für die Misere in Syrien bietet die heute im Pariser Exil lebende Yazbek zwar nicht, jedoch ist dies auch nicht das Ziel des Werks. Der Autorin ging es darum, das Ausmaß an Gewalt, das in Syrien zum Alltag geworden ist, für Leserinnen


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