Nachgesehen  

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Sind Wiener Clubs rassistisch? Ein Zara-Test sagt: Ja.

Kompletter Schwachsinn“, sagt Jimmy Chien vom Ride Club. Nein, sein Lokal am Währinger Gürtel siebe die Gäste nicht nach rassistischen Kriterien aus. An manchen Tagen sähe man im Club sogar viel mehr Dunkel- als Hellhäutige. Auch Ismet Krasniqi, der das benachbarte Loco betreibt, verteidigt sich: "Wir haben aus der ganzen Welt Kunden.“ Es gebe keinen Rassismus an der Eingangstür.

Der Verein Zara sieht das anders. Nach mehrfachen Beschwerden wegen rassistischer Einlasspolitik testete er verdächtige Wiener Lokale. Drei Herren zogen los: gleich jung, gleich angezogen, deutschsprachig. Einziger Unterschied: die Hautfarbe; einer weiß, einer schwarz, der dritte sah türkisch aus. Nacheinander gingen sie los, um ihr Glück zu versuchen. In den Ride Club kam der Türkischstämmige nicht hinein. Das Loco blieb auch dem Schwarzen verschlossen. "Nur für Stammgäste“, sagte der Türsteher. Bloß der Weiße durfte in den Club. Stammgast war er freilich keiner.


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