Vergesst Grasser!

Medien | Appell: Reinhard Christl | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Die Journalisten hätten die Welt retten können, wenn sie nicht so sehr auf Society-News fixiert gewesen wären. Wir brauchen einen neuen Wirtschaftsjournalismus

Wir hätten die Welt retten können und taten es nicht“, schreibt die Wirtschaftsjournalistin Heike Faller in einem preisgekrönten Artikel im Zeit-Magazin, dem erhellendsten und ehrlichsten wirtschaftsjournalistischen Text, den ich in den vergangenen drei Jahren gelesen habe.

Die Wirtschaftsjournalisten hätten die Finanzkrise vorhersehen können, ja müssen, meint die Zeit-Journalistin. Es habe genügend Informationen gegeben, aus denen hervorgegangen sei, dass die US-Immobilienblase in Kombination mit den High-Risk-Geschäften vieler Banken die Welt in den Abgrund reißen würde. Es habe sich nur niemand für diese Informationen interessiert. Auch nicht unter den Wirtschaftsjournalisten. Und das, obwohl der US-Investor Warren Buffet schon 2003 die damals aufkommenden Finanzderivate als "Massenvernichtungswaffen“ gebrandmarkt


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