Im Bubenroman gibt es jetzt nicht nur Bier und Busen, sondern auch Tischtennis

Feuilleton | Buchkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Seit einer erklecklichen Zahl an Jahren wartet der deutsche Autor Frank Schulz (Jg. 1957) auf den Durchbruch. Verdient hätte er ihn sich längst. Zwei Dinge heben ihn aus dem deutschsprachigen Literaturbetrieb heraus: Er hat Humor - sagen wir, so wie Jean Paul oder Harry Rowohlt - sowie eine immense Sprachkraft und Lust an der originellen Formulierung, was ihm schon Vergleiche mit Arno Schmidt eingebracht hat. Wobei der Schmidt-Vergleich nur insofern stimmt, als man sich Schulz als dessen missratenen Sohn vorstellen muss, der sein Talent aus voller Überzeugung an vor Bier und Busen strotzende Bubenromane verschwendet.

Sein jüngstes Geschöpf, Onno Viets, ist ein deutscher Durchschnittsverlierer Anfang 50, der u.a. mehrere Lehren und Studien abgebrochen und Jobs in den Sand gesetzt und dennoch überdurchschnittlich viel Glück hat: gute Freunde, die ihn durchfüttern, und eine herzensgute Frau, die ihm praktisch alles nachsieht. Kurz und gut, mit Viets hat der Autor eine Figur an der Hand,


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