EM-Tagebuch 

Das Spiel heißt: Fang den Versager

Ballnotizen

Stadtleben | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Johann Skoceks Gedanken zum großen Ereignis

Hier geht es eine Euro lang um Wappler. Um die Helden reißen sich alle; Wehs werden ignoriert. Dabei sind Arjen Robben oder die Griechen dankbare Kundschaften. Man muss halt genauer hinschauen: Tore sieht jeder, nur wie kalibriert man Versagen? Nach Funktionen? Ein Blindgänger im Mittelfeld (ÖFB-Beispiel: Paul Scharner) kann ein brauchbarer Innenverteidiger sein. Oder nach Teams? Raymond Domenech hat vorexerziert, was ein Trainer einer Mannschaft antun kann. Garantie gibt es auch dafür keine. Der Fußballinstallateur Bert van Marwijk muss die Aussichten der Holländer nicht total ruinieren. Englands neuer Teamchef Hodgson wiederum hat deren Hoffnungen gestärkt, indem er den alternden Antikicker Rio Ferdinand daheim ließ. Versagerwahrheiten werden oft von der öffentlichen Wahrnehmung überdeckt: Der deutsche Außenpracker Philipp Lahm gilt als unfehlbar, wenn auch profilierungsneurotisch, er hat den Deutschen das EM-Finale 2008 gegen Spanien versaut. Also wachsam sein. Wappler verstecken sich überall, in der Viererkette, im Mittelfeld-Staubsauger oder im -Diamenten.


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