An den Nagl gehängt

Steiermark | Reportage: Maria Motter, Donja Noormofidi | aus FALTER 23/12 vom 06.06.2012

Schwarz-Grün in Graz galt als Hoffnungsprojekt. Nun ist es gescheitert. Warum eigentlich?

Siegfried Nagl wirkt aufgekratzt, als er beim Stammtisch der Volkspartei im Gasthaus Gösser Bräu erscheint. "Ich bin voller Adrenalin, ich habe eine klare Entscheidung getroffen“, sagt der Grazer Bürgermeister. Wenige Stunden zuvor hat er die Koalition mit den Grünen auf Stadtebene gesprengt. Bei der Stammtischrunde, bestehend aus ein paar Dutzend Funktionären und Fans, kommt das gut an. "Diese Frau hat für die Innenstadt und für die Wirtschaft kein Gefühl“, sagt eine Boutiquenbesitzerin aus der Sporgasse und meint damit die grüne Vizebürgermeisterin Lisa Rücker. "Ich hoffe, die Koalitionsauflösung bringt etwas für die Innenstadt.“

Die schwarz-grüne Koalition auf Stadtebene galt seit ihrem Beginn im Jahr 2008 als gewagtes Experiment, aber auch als Vorzeigeprojekt für Österreich. Doch acht Monate vor der geplanten Gemeinderatswahl im Jänner 2013 hat Bürgermeister Nagl vergangenen


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