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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Der Juni ist der grausamste Monat des Literaturredakteurs, denn da beginnt das Herbstprogramm einzutrudeln, und eh er sich’s versieht, ist das Zimmer, in dem sich noch die Büchertürme aus dem Frühjahr biegen, mit unausgepackten Paketen vollgestellt. Die Freude über mehrfach einlangende Rezensionsexemplare hält sich normalerweise in übersichtlichen Grenzen, aber als "Kaktus“, der jüngste Band des austrophilen Künstlerduos Katz und Goldt, in dreifacher Ausführung ankam, musste über potenzielle freudige Abnehmer nicht erst lange nachgedacht werden.

Belegexemplar Nr. 1 erging natürlich an Christopher Wurmdobler, der - mit Dreitagesklodeckelbart und Deep-V-T-Shirt symbolisch doch annähernd korrekt erfasst - in dem Strip "Erläuterungen zum Stand der Dinge“ bei einer Pressekonferenz die Anmerkung "Aber das merkt doch eh koan Mensch, wenn die Kinder 45 Minuten kürzer leben“ macht (Erläuterung muss hier unterbleiben). Belegexemplar Nr. 2 wurde Sebastian Fasthuber ausgefolgt, als kleiner Trost dafür, dass er diesmal ausnahmsweise nicht vorkommt (obwohl: Wurmdobler und Fasthuber - das wäre ausbaufähig!). Und das Belegexemplar Nr. 3 behielt der Feuilletonchef ganz widmungsgemäß dafür ein, dass er "Kaktus“, den jünsten Katz-und-Goldt-Band (Edition Moderne, 88 S., € 23,70), an etwas unüblicher Stelle wärmstens empfiehlt. Lediglich Tex Rubinowitz, dessen Cartoon aus Falter 47/11 in "Kaktus“ gerahmt an der Wand eines fiktiven Museums hängt, geht leider leer aus. Ich glaub, den knutscht ein Kaktus!


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