Meinesgleichen

Weg mit dem Club 2? Über das Unverbrauchtum im ORF

Falter & Meinung | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Kathrin Zechner, im ORF für das Programm zuständig, will den Talkshows an den Kragen. Die Geschwätzigkeit auf allen Kanälen ist tatsächlich unerträglich inflationär geworden. Der ORF hat sowieso kein vernünftiges Talkformat zusammengebracht. Hauptgrund: Hinsichtl und Rücksichtl, in parteipolitischer und in medialpartnerschaftlicher Beziehung. Eine von Ex-Informationschef Elmar Oberhauser ein ums andere Mal angekündigte "Runde der Chefredakteure“ kam deswegen nie zustande. Der interessanten Konstellation das eine oder andere mächtige Medium opfern? Undenkbar!

Nun will Frau Zechner den "Club 2“ abschaffen, behauptet das Gerüchteblatt Österreich. Der vegetiert ohnehin nur als müder Abklatsch einer unzeitgemäßen Idee so dahin. Die Presse wiederum weiß, dass das Publizistikinstitut für Frau Zechner in ganz Österreich "versierte und eloquente“, vor allem aber unverbrauchte und junge Diskutantinnen sucht. Gern erinnere ich mich des Anrufs eines ORF-Redakteurs vor etwa 15 Jahren. Er suche nach neuen Gesichtern für die "Pressestunde“, sagte er. An Leuten wie mir habe man sich nun sattgesehen. Ich solle ihm doch jemanden aus der Redaktion empfehlen. Was ich gern tat. Am Schluss konnte ich mir den Hinweis nicht verkneifen, das Publikum könne sich an mir kaum sattgesehen haben, da ich noch nie an einer "Pressestunde“ teilgenommen hatte. Mittlerweile habe ich, ohne je gebraucht worden zu sein, in Würde die Grenze der Unverbrauchbarkeit überschritten.


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