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 Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Der Fremde als Unsicherheit

Niemand weiß, warum, doch irgendwann ist der Mensch sesshaft geworden. Die Folge davon ist die nationalstaatliche Kultur. Dass aber das Konzept von Staat und Nation die Wirklichkeit in ein zu enges Korsett zwängt, zeigt der Sammelband "Lebensmodell Diaspora“. Um zu überleben oder ihr Leben zu verbessern, sind Millionen von Menschen quer über den Globus unterwegs.

Bekannte Autoren wie Zygmunt Bauman, Tony Judt, Saskia Sassen oder Timothy Snyder berichten über ihre Erfahrungen mit dem Nomadenleben und der Fremde. Für die Herausgeberinnen Isolde Charim und Gertraud Auer Borea bedeutet das Wort Diaspora "reicher Erfahrungsschatz“. Für Bauman hingegen ist der Fremde die "personifizierte Unsicherheit“; und Städte wie Wien oder London, in denen bis zu 70 Diasporagemeinden leben, seien soziale Auffangbecken für Probleme aus aller Herren Länder. Gute Anregungen, wie wir diese Verschiedenheit meistern könnten, finden sich im Buch.

Wolfgang Zwander

Charim/Auer


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