Nachgesehen  

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Für Adidas gibt’s in Wien die rote Karte: kein Lohn in den Zulieferbetrieben

Christine Esterbauer von der Clean-Clothes-Kampagne zeigt dem Adidas-Geschäft an der Brandstätte im ersten Bezirk die rote Karte: Adidas, der EM-Hauptsponsor, soll schwer gefoult haben. So steht es im Bericht des unabhängigen Worker Rights Consortium (WRC), das Fabriken auf die Einhaltung von Arbeitsrechten überprüft. 2011 musste ein indonesischer Zulieferbetrieb von Nike und Adidas zusperren, der Fabriksbesitzer war geflüchtet, ohne seine Angestellten zu entlohnen. Den Arbeitern fehlt nun Geld für Essen und medizinische Versorgung. Adidas soll sie entschädigen, fordert Esterbauer.

Man trage nicht die Verantwortung für den Rechtsbruch des Fabriksbesitzers, heißt es aus der Marketingabteilung von Adidas Österreich. Hunderte Mitarbeiter der Zulieferfirma habe Adidas dennoch übernommen. Für Abfindungen gibt es jedenfalls kein Geld. Der Konkurrent handelte anders: Nike richtete einen Fonds für die Arbeiter ein. Und zahlte.


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