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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Eine Tiergattung, drei Boulevardblätter, zwei Wahrheiten: "Raubkatzenalarm“, titelte Heute, nachdem sich zwei Geparden aus dem Salzburger Zoo befreit hatten. Da herrschte Panik, "sofort wurde Großalarm ausgegeben“, auch "bewaffnete Polizisten“ seien im Einsatz gewesen. "Ein Anrainer eilte einer völlig aufgelösten Hundebesitzerin im Pyjama zu Hilfe und vertrieb die gefährlichen Raubkatzen in letzter Sekunde mit zwei Skistöcken.“ Der Krone sind die "Schreckensszenen“ im Salzburger Tiergarten sogar ein Titelfoto und einen zweiseitigen Bericht über die gefährlichen Raubtiere wert.

Was schreibt Österreich? "Geparden sind die ungefährlichsten Raubkatzen. Jede Dogge ist größer und schwerer“, wird die Zoodirektorin dort zitiert. Die Tiere hätten bloß "ein Gebiss wie ein Königspudel“. Wie konnte es passieren, dass aus den bösen Felinen des Boulevards ausgerechnet im sonst um keine Zuspitzung verlegenen Fellner-Blatt Schmusekatzen wurden?


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