Politisch? Feministisch? Umso besser!

Feuilleton | Nachruf: Jan Tabor | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Als Galeristin war Grita Insam neugierig, professionell, risikofreudig und ohne Allüren

Grita Insam und ich waren lang und auf eine besondere Art miteinander befreundet. Unsere spezifische Freundschaft begann mit einem Missverständnis. Die Juroren des Joseph-Roth-Preises (eine Art Bachmann-Wettlesen für Journalisten) von 1990 waren ernst, ja humorlos. Gleich über den ersten Satz meines Essays über mein Dasein als Kunstkritiker in Wien empörten sie sich maßlos. Er lautete: "Als ich als Kunstkritiker in Wien noch nicht berühmt war, hielten mich die Galeristinnen für einen Beamten des Finanzamts.“ Überzeugt, dass ich gewinnen müsse, bot mir Grita kurz vor meiner Abreise nach Klagenfurt eine Wette an. Sollte ich verlieren, dann bekäme ich ein vortreffliches Kunstwerk von ihr, sollte ich gewinnen, müsste ich mit meinem Preisgeld ein wertvolles Kunstwerk der Galerie Insam erstehen.

Grita konnte geradezu entzückend geschäftstüchtig und humorvoll zugleich sein. Was den Humor betrifft,


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