Kraliceks Festwochentagebuch  

Im Keller: Männer unter sich und der Fall Fritzl als Liebesgeschichte

Notizen eines Festivalbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück (5)

Feuilleton | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Wolfgang Kralicek sieht fast jede Vorstellung der Wiener Festwochen

Dienstag, 5. Juni: Liebes Tagebuch! Heute haben die Festwochen ihren tiefsten Punkt erreicht. Das war Absicht. Ulrich Seidl möchte in "Böse Buben/ Fiese Männer“ zeigen, wie Männer wirklich denken. Dass das tief wird, war zu erwarten. Dass es sooo tief wird, kam dann aber doch überraschend. Hauptverantwortlich dafür ist René "Busenfreund“ Rupnik, der seine, sagen wir, eigenwilligen Ansichten über die Verhältnisse zwischen Mösen und Schwänzen ausführlich darlegen darf. Seine Texte gehören zum Abenteuerlichsten, was je auf einer Bühne gesagt wurde, sind aber trotzdem eher ein Schwachpunkt des Abends.

Besser sind Schauspieler wie Georg Friedrich oder Wolfgang Pregler und die Texte von David Foster Wallace (aus "Kurze Interviews mit fiesen Männern“), die allerdings erst nach einer Stunde am Wort sind. Der überlange Abend hat ein Timingproblem, Seidl versucht sich als "Porno-Marthaler“ (Klaus Nüchtern),


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