Die Zukunft wohnt hier nicht mehr

Feuilleton | Essay: Christoph Bartmann | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Remake, Reprise, alles retour: New York ist auf dem Weg, zur Welthauptstadt der Nostalgie zu werden

Zukunft ist kein schönes Wort mehr, so scheint es, jedenfalls nicht in New York, das doch immer auf die Zukunft gebaut hat wie auf den Granit von Manhattan. Nicht dass man sich hier jetzt auf einmal vor der Zukunft fürchten würde - auch dafür gäbe es ja gute Gründe, etwa den Klimawandel oder die Staatsverschuldung. Aber vor beidem hat man in Amerika traditionell eher weniger Angst, während man andererseits Katastrophen liebt, die nicht eintreffen (gut zu beobachten bei Hurrikan Irene im letzten Sommer, den das Fernsehen wie einen King-Kong-Film inszenierte). Man fürchtet sich nicht regelrecht vor der Zukunft, aber die Zukunft weckt auch wenig positive Erwartungen. Die Zukunft, die Zeit also, in die man seinen persönlichen und den nationalen Optimismus hineinprojizierte, die Zeit der kühnen Projekte (früher zum Beispiel die Raumfahrt), hat ausgedient.

Als die Mad Men noch rauchten


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