Frauen pinkeln nicht in Becher

Feuilleton | Humorkritik: Klaus Nüchtern | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Tina Fey hat die Serie "30 Rock“ erfunden und glaubt nicht an weiblichen Humor

Wenn man als "weißestes Mädchen“ aus einem sehr griechisch geprägten Viertel unter den Uni-Kommilitoninnen in Virginia praktisch als "Frida Kahlo in Leggings“ dasteht; wenn man Hüften hat, "als hätte jemand Hefeteig um eine Getränkekiste gewickelt“, und darüber hinaus auch noch wie Sarah Palin aussieht, dann scheinen das ganz gute Voraussetzungen für eine Karriere als Komikerin zu sein. In Wirklichkeit sieht Tina Fey gar nicht komisch aus, sondern wie eine sympathische Frau Anfang 40, der man jederzeit seinen Sitzplatz überlassen oder eine Sitcom abkaufen würde.

"Haben Männer Humor?“ lautet der deutsche Untertitel ihrer Autobiografie, um dem Originaltitel "Bossypants“ noch etwas Verständliches hinzuzufügen. Beide zielen darauf ab, den "institutionalisierten Geschlechterblödsinn“ der Sorte "Für die Mädchen gibt es nicht genug Rollen“ zu hinterfragen. Diesem "Mythos des Nichtgenügens“


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