420 Euro für eine Nacht in Barcelona

Feuilleton | Reportage: Ingrid Brodnig / Barcelona | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Die Tonträgerindustrie kracht, aber die Rockfestivals boomen. Das Primavera Sound gilt als hipper Hotspot für internationale Festivaltouristen

Er ist um die halbe Welt geflogen und nun am Ziel seiner Wünsche: "Ich habe extra einen einmonatigen Europaaufenthalt geplant, nur um am Ende dieses Festival zu sehen“, erzählt der junge Kanadier mit dem weit ausgeschnittenen Ruderleiberl und dem athletischen Körper. Das Primavera Sound Festival in Barcelona ist das große Finale seiner Europareise.

Tanner James Kettles aus Toronto ist 24 und Musikenthusiast. In den letzten Tagen hat er hier Dutzende seiner Lieblingsbands gesehen, Indie-Acts wie Jeff Mangum, The XX oder Beirut. Spätabends macht er Pause neben den hellbeleuchteten Essensständen. An seinem Tisch sitzen ein beschwipster Australier, eine geschlauchte US-Amerikanerin und eine gesprächige Brasilianerin. Sie haben sich in ihrer Jugendherberge in Barcelona kennengelernt. An den gelben Armbändern erkennen die Festivalbesucher einander


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