Buch der Stunde

Balladen sind nichts für Büroangestellte

Feuilleton | Thomas Ballhausen | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Der Brite Nick Hayes hat sich in seinem wunderbaren Debüt der Aktualisierung eines der großen Werke der englischen Romantik verschrieben: Samuel Taylor Coleridges Gedicht "The Rhyme of the Ancient Mariner“ (1798). In der Adaption sind es weniger die Erzählmuster der Volksballade und der Religion, die den Leser bannen, als vielmehr die Wendung der traurigen Geschichte in eine noch traurigere Reflexion realer Umweltkatastrophen in Form einer bildgewaltigen Graphic Novel.

In Coleridges Original, einem der zentralen Werke des Autors, der weniger wegen der Anzahl seiner Gedichte als vielmehr wegen deren Qualität in der Literaturgeschichte neben den klingenden Namen Byron und Shelley Platz gefunden hat, hält der titelspendende alte Seemann einen Hochzeitsgast an, um ihm seine tragische Geschichte zu erzählen. Als Teil einer Besatzung segelte er einst mit seinen Gefährten zum Südpol, geriet dabei in Gefahr und wurde von einem freundlichen Wind gerettet, der seine Personifizierung in Gestalt


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