Stadtrand

Der Monte Merda im Wauwaugarten

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Sind sie nicht süß? Sie beugen ihren Rücken und klauben, mit einem Säckchen in der Hand, die Exkremente ihrer vierbeinigen Freunde auf. Seit geraumer Zeit hat sich das Verhalten der Wiener Hundehalter so sehr zum Besseren verändert, dass das Straßenbild voller auf den Kopf gestellter "U“s ist. In der Früh raus in die Kälte, und dann eine Rückenübung in Sachen friedliches Nebeneinander machen. Gschamster Diener, bitte gefälligst. Habedehre!

Bei meinem Kontrollgang durch den Augarten - wuffwuffwuff - fiel dem Stadtrandler auf, dass sich an der Peripherie der Anlage, dort, wo sie in das Gelände des Ausstellungshauses TBA21 übergeht, außergewöhnlich große Häufchen türmen. Er sah mit Schaufeln ausgerüstete Tierhalter den Monte Merda wegschaffen. Dieser stammt von zwei Kunstkühen, die von der dänischen Gruppe Superflex aus Tirol in den Waugarten importiert worden waren, um an Gustinus Ambrosi zu erinnern, der mit den Nazis paktierte, die Sau. Seine skulpturalen Hinterlassenschaften stehen noch immer in einem Pavillon. Und dafür gibt’s keine Sackerln?


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