Fußball 

Als ich beim Portugal-Spiel einen Rückfall hatte

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Wolfgang Kralicek über Gefühle, die man nicht mehr zu haben glaubte

Dabei dachte ich schon, ich sei darüber hinweg. Dieser billige Anti-Deutschland-Reflex, der den Österreicher beim Fußball begleitet, ist ja wirklich nichts, worauf man stolz sein kann. Dank Jogi Löw war das kein Thema mehr. Die Deutschen spielten technisch gepflegten, modernen Fußball, und eine Überdosis Glück hatten sie in letzter Zeit auch nicht auf ihrer Seite. Es war auf einmal ganz leicht, die deutsche Nationalmannschaft zu mögen, sogar als Ösi konnte man sich über Siege freuen. Aber was sind das für üble Flüche, die da nächtens durch meinen Hinterhof gellen? Die Stimme kommt mir bekannt vor … Moment, das bin doch ich! Ja, beim Spiel Deutschland-Portugal hatte ich einen Rückfall. Kaum sind die Deutschen Titelfavorit, treten sie schon wieder als bräsige "Turniermannschaft“ auf, die glanzlose 1:0-Siege feiert, während der Gegner zweimal an der Latte scheitert. Sind das wieder die alten Deutschen, die man einfach nicht mögen kann? Bitte, Schweini und Poldi, sagt, dass das nicht wahr ist! Und macht es wieder gut! Meinetwegen sogar schon gegen die Niederlande.


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