Phettbergs Predigtdienst

"On Demand“ bringt mich um!

Kolumnen | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Weil die Queen gerade auf einer Barke feiert, hatte ich gewagt, ORF 2 aufzudrehen, aber es gelingt mir nur "On Demand“ einzuschalten, worin ohne Ende "On Demand“-Werbung läuft. ZU HILFE! Nicht einmal abschalten kann ich Fernsehen heute, bis morgen Frau Göbel kommt, muss ich also den Fernsehapparat laut laufen lassen und "On Demand“-Werbung hören. Die einzige Möglichkeit, der ich Herr zu werden mir vorstellen kann, ist, alle meine Türen zuzumachen und zu hoffen, dass ich trotzdem schlafen werde können. ZU HILFE!! Anrufen tut nie wer - und niemanden wage ich meinerseits anzurufen. Amen! Ich bin verzweifelt. Ohne Ende höre ich diese Wörter "On Demand“, wenn ich wenigstens wüsste, was "On Demand“ auf Deutsch heißt! Jetzt könnte ich die ganze Zeit der Queen zuschauen. Ich bin ja selber schuld.

Der Fernseher läuft ohne Ende seit gestern Nachmittag, es gelang mir nicht, ihn abzuschalten. Konrad hat mich angerufen und auf die Idee gebracht, die Kabel der beiden Fernbedienungen herauszuziehen, das tat ich und seither muss der Fernseher schweigen, aber das Fernsehbild will sich ohne Ende sehen lassen. Heute ist Karl Valentin 130, Zitat: "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Der Fernseher und ich werden uns immer fremder! Er läuft ohne Ende.

Frau Göbel hat bei der Firma UPC gebeten, dass meine Hölle Fernsehen zu Ende gehen wird und ich eine Zimmerantenne bekommen werde. Mein Sachwalter, der Falter, UPC und Elektro Kuchling werden diese Operation handhaben. Alle anderen "Klienten“ können fernsehen, nur ich bin so hinüber, dass erst, als Frau Göbel da war, mein Fernsehen aufhörte. Wie lösen das die anderen Patienten?

Ist es ungesund, zu viel zu schlafen? Jedenfalls ist es spannender zu träumen als fernzusehen. Mit anderen Männern in Berührung zu gelangen wär jedoch spannender. Aber alle Welt hält sich fern von mir. Die Gestion ist meine einzige Partnerschaft.

In meinem Postfach lag ein Buch, das die Magisterarbeit von Mag. Camilla Reimitz enthält: "Phettbergs Nette Leit Show im ORF. Eine Anti-Talkshow als gelungener Versuch der Medien- und Gesellschaftskritik“. Jetzt hab ich bereits drei akademische Arbeiten gesammelt über Palm und mein "Schaffen“. Studierst du nicht, wirst du studiert.

Der Predigtdienst ist über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich zu lesen, wie er strömt


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