Theater Tipp

Cool bleiben: Edgar Allan Poe im Bunker

Extra | Martin Lhotzky | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Bruno Max und sein Theater zum Fürchten, die unterm Jahr das Stadttheater Mödling und die Scala in Wien bespielen, begeben sich seit 1999 jeden Sommer in den Untergrund. Im ehemaligen Luftschutzstollen von Mödling wird das Publikum in Kleingruppen durch ein Stationentheater geführt. Die Location mag für ein Sommertheater ungewöhnlich sein, sie hat aber ihre Vorzüge: Sie ist schlechtwetterfest und auch an brütend heißen Tagen angenehm kühl. Heuer steht im Bunker eine Wiederaufnahme der erfolgreichen Vorjahrsproduktion "Verräterisches Herz“ auf dem Programm. Thema: das tragische Leben - mit vier Jahren Waise, mit 25 alkoholkrank, mit 38 mittelloser Witwer, mit 40 tot - und das schaurige Werk von Edgar Allan Poe. Durch 17 Stationen führen Poes Geschöpfe in einer herrlich morbiden und schaurig verspielten Geisterbahn. In atemberaubender Atmosphäre erlebt man den Fall des Hauses Usher und begegnet dem Mörder aus der Rue Morgue. Am witzigsten ist die Titelszene "Verräterisches Herz“, in der der sinnlose Mord an einem alten Mann aus Poes Biografie heraus gedeutet wird. Dabei wird schlagartig klar, wie ein Auge eine Bluttat auslösen kann.

Ehem. Luftschutzstollen Mödling, 12.8.-1.9.


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