Festival Tipp

Wo Kärnten noch in Ordnung ist?

Extra | Heinz Rögl | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Das Positive zuerst: In diesem Jahr werden im Rahmen des Carinthischen Sommers in Ossiach und Villach 35 Veranstaltungen angeboten, von der feinen Kammermusik bis zum großen Orchester, von Musiktheatertagen für Kinder bis zur Kirchenoper. Eine solche gibt es heuer wohl zum letzten Mal als Aushängeschild des Festivals. "Sara und ihre Männer“, komponiert von Bruno Strobl, erzählt die alttestamentarische Geschichte von Sara und Abraham.

Diesen Jänner noch schäumte Intendant Thomas Daniel Schlee über die Kulturpolitik des Landes Kärnten, über Budgetkürzungen und einen nicht unterschriebenen Vertrag über die Förderungen für die nächsten Jahre. Kulturlandesrat Harald Dobernig (FPK) wies das natürlich flugs zurück und kommentierte auch noch frech in einer Aussendung: Wenn der Intendant eingestehe, auf die Hörerwartungen des Publikums Rücksicht nehmen zu müssen, heiße das im Umkehrschluss, dass dieser auf Kosten der Kärntner Steuerzahler acht Jahre lang ein künstlerisches Konzept verfolgt hat, das vom Publikum nicht im erhofften Umfang goutiert wurde. Schlee hatte lediglich ironisch bemerkt, das "klassische Programm ist heuer sehr klassisch“.

Aber Zeitgenössisches gehört beim wichtigsten Festival in Kärnten einfach immer dazu, heuer wird es einen Schwerpunkt mit Orchesterwerken von Jean Francaix geben. Die Philharmonia Prag (Solist: Benjamin Schmid), das Orchestre Français des Jeunes sowie das Helsinki Philharmonic Orchestra mit Gautier Capuçon gastieren, Rudolf Buchbinder mit Beethoven-Klaviersonaten, Schubert-Liederabende gibt es mit Michael Schade ("Die schöne Müllerin“) und dem Italiener Ferruccio Furlanetto ("Winterreise“). Unter den eingeladenen Künstlern finden sich Namen wie Christian Muthspiel, Ernst Kovacic, und es gibt einen "Alternativschwerpunkt“, etwa mit der Brassband Federspiel.

Carinthischer Sommer: 2.7.-22.8.


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