Festival Tipp

Das Tiroler Bayreuth? Wagner und Alphorn

Extra | Heinz Rögl | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Einen Namen gemacht hat sich das Dorf Erl in der Nähe von Kufstein mit seinem Passionsspielhaus. Dort setzten die 1997 vom Dirigenten Gustav Kuhn begründeten Tiroler Festspiele Erl vor allem einen Wagner-Schwerpunkt, mit dem sie international bekannt wurden. Heuer präsentiert der künstlerische Leiter eine Neuinszenierung des "Lohengrin“, womit die zehn großen Opern von Richard Wagner komplett wären.

Unter seiner musikalischen Leitung und Regie gibt es zusätzlich "Tannhäuser“, "Tristan und Isolde“ und "Parsifal“ und in diesem Jahr auch eine sogenannte Hall-Opera-Produktion der Puccini-Oper "Tosca“, eine von Kuhn erfundene konzertante Kunstform des Musiktheaters mit möglichst wenigen bis nahezu gar keinen Requisiten. Die Reduktion auf das Wesentliche, nämlich das Werk an sich, steht auch hier bewusst im Vordergrund. Freuen kann Kuhn sich auf das noch in Bau befindliche neue Festspielhaus, das ab Dezember dieses Jahres auch für geplante Aufführungen im Winter zur Verfügung stehen wird.

Abgerundet wird das Festspielprogramm diesen Sommer durch Konzerte mit großen Werken, verbunden mit einer Uraufführung von Tristan Schulze für Alphorn, Orgel und Orchester. Carl Orffs "Carmina Burana“ ist jetzt schon ausverkauft. Dazu kommen sehr spannend zusammengestellte Lieder- und Kammermusiktermine mit Songs von Gershwin, Kurt Weill und Georg Kreisler, einem Erler Viergesang, der auch Bartók und Koadály bietet, im Gasthaus Blaue Quelle etwa mit dem Ensemble Franui. Bestritten werden die Opernproduktionen mit dem Orchester und den Sängern der von Gustav Kuhn geleiteten Accademia di Montegral, einer in einem Klosterkonvent in der Nähe von Lucca ansässigen Akademie zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler.

Verschiedene Spielorte in Erl, 5.-29.7.


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