Performance Tipps Festwochen

Vielstimmiger Aufschrei einer Ohnmächtigen

Lexikon | aus FALTER 24/12 vom 13.06.2012

Die spanische Regisseurin und Performerin Angélica Liddell, 46, gilt als "Virtuosin des Schmerzes“. Ihre Inszenierung "La casa de la fuerza“ ("Haus der Gewalt“) ist ein szenisches Triptychon der Unterdrückung, der vielstimmige Aufschrei einer Ohnmächtigen. Die Frauen auf der Bühne, darunter Liddell selbst, rauchen und trinken Bier, singen schöne Lieder und halten wütende Brandreden, der Duft zerfetzter Blumensträuße erfüllt das Theater. Der fünfstündige Abend (zwei Pausen, also halb so wild) kreist um verschiedene Formen von Gewalt gegen Frauen. Am Anfang steht eine Ohrfeige, die eine Liebesbeziehung zerstört. Am Ende wird die Mordserie an jungen Frauen im mexikanischen Ciudad Juárez betrauert. Doch das "Agnus Dei“ aus Bachs h-moll-Messe, das immer wieder eingespielt wird, ist nur ein schwacher Trost. WK

Museumsquartier, Halle G, Fr-So 18.30


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