Kolumne  Außenpolitik

Athen und der Euro: was die EU von den USA lernen kann

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Die Eurokatastrophe ist aufgeschoben, ihre Ursachen sind aber noch lange nicht überwunden. Die Griechen haben in einer Art Referendum knapp entschieden, lieber den harten Sanierungskurs zu bestätigen, um den Verbleib des Landes im Euroraum zu sichern, als auf Kollisionskurs mit der EU zu gehen und den Euro aufs Spiel zu setzen.

Es zählt zu den Kuriositäten der Geschichte, dass jetzt gerade jene Partei Griechenland sanieren soll, die das Desaster an erster Stelle verursacht hat.

Parteichef Samaras ist für Nationalismus und skrupelloses Machtkalkül bekannt. Viele Griechen, auch linke, haben ihn nur dem Euro zuliebe gewählt, mit zugehaltener Nase.

Er soll jetzt mit dem abgestraften sozialistischen Erzrivalen eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Der wahre Sieger der Wahl, das linkspopulistische Bündnis Syriza, wird ihr als Opposition das Leben schwermachen.

Vorerst aber wurde der drohende GAU des Euro verhindert. Die EU bekommt etwas mehr Zeit, die grundsätzlichen Probleme der


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