Hero der Woche  Wertungsexzess

Karl-Markus Gauß

Politik | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

In Salzburg prügelten Jugendliche mit Eisenstangen auf eine Gruppe Roma ein und hätten diese beinahe erschlagen. Karl-Markus Gauß, einer der wenigen heimischen Schriftsteller, die sich dem Genre der literarischen Reportage verschrieben haben, besuchte einst Roma in der Slowakei und sah auch deren Mitverantwortung an ihrem Elend. Nachdem Gauß vom Vorfall in Salzburg gehört hatte, meldete er sich zu Wort. Und zwar mit einer Kritik an den Qualitätsmedien. Sogar die SN, so Gauß, würden nicht mehr von "Roma“, sondern von "Roma-Banden“ berichten. Die Bettler würden von voreingenommenen Journalisten zunehmend ob ihrer Armut kriminalisiert, Ressentiment ersetze die Recherche. Das Verbrechen in Salzburg sei wie ein "bestelltes Pogrom“. Harte Ansage. Es bleibt zu hoffen, dass Gauß’ treffende Kritik auch in Wien gehört wird.


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