Wie die Politik die Wiener Parkplatznot lösen will

Politik | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Alle wollen das Pickerl, aber jeder will es anders. Einig sind sich die Politiker, dass die Park-and-ride-Anlagen ausgebaut werden müssen, um Pendlern eine Alternative zu geben. Die Unterschiede im Detail:

Das rot-grüne Konzept

Die Kurzparkzone wird auf Teile der Bezirke 12, 14, 15, 16 und 17 ausgeweitet. Wer ein Parkpickerl hat, darf in seiner Wohngegend dauerparken. Pro Jahr kostet das Pickerl 120 Euro, hinzu kommen 58,99 Euro Verwaltungsabgaben. Wer kein Parkpickerl hat, muss Kurzparkscheine kaufen und darf damit maximal drei Stunden parken. Die Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung fließen zweckgebunden in Garagen, Park-and-ride-Anlagen, den öffentlichen Verkehr und die Verkehrssicherheit.

Das FPÖ-Konzept

Die FPÖ fordert ein kostenloses Parkpickerl für alle Wiener mit einer einmaligen Bearbeitungsgebühr von 25 Euro. Pendler, die die Netzkarte besitzen, sollen Park-and-ride-Anlagen gratis nützen dürfen. Von anderen Parkern will die FPÖ einen Euro pro Tag verlangen.

Das ÖVP-Konzept

Die ÖVP will ein "Zonenpickerl“ statt eines "Bezirkspickerls“. Die rote Zone (Innenstadt) soll 180 Euro pro Jahr kosten, die orange Zone (innerhalb des Gürtels) 90 Euro und die gelbe Zone (außerhalb des Gürtels) 50 Euro. Durch die Preisunterschiede soll ein Lenkungseffekt eintreten, außerdem soll das System übersichtlicher sein. Ob die gelbe Zone kommt, sollen die Bürger mitbestimmen. Das Kombiticket für Öffis und Park-and-ride soll billiger werden.

Das Tiller-Konzept

Der Döblinger Bezirksvorsteher Adolf Tiller (ÖVP) will ein einheitliches Pickerl, das in Kombination mit einem Wiener Kennzeichen das Parken in ganz Wien ermöglicht. Das würde Verwaltungsaufwand sparen, hätte aber keinen Lenkungseffekt. Im Falter-Gespräch schlägt Tiller vor, dass man beim Kauf aussuchen kann, für welche Bezirke das Pickerl gilt; je mehr Bezirke und je zentraler, desto teurer.


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