"Es wird furchtbar“

Politik | Bericht: Nina Horaczek/Athen | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Die Griechische Linke hat die Wahl verloren. Das kommt ihr nicht ungelegen. Das Regieren würde sie überfordern

Als junger Mann, im Mai 1941, ist er auf die Akropolis geklettert und hat die Hakenkreuzfahne heruntergerissen. Nun steht Manolis Glezos mit wehenden weißen Haaren auf der Bühne vor der alten Universität in Athen. "Erhebt eure Fahnen, die Fahnen des Widerstands“, ruft der mittlerweile 89-Jährige den Leuten zu. "Heute ist die Zeit der Linken gekommen“, skandieren die Menschen dem alten Mann entgegen, "People have the power“, dröhnt Patti Smith aus den Lautsprechern.

Vergangenen Sonntag hat Griechenland gewählt. Wer am Wahlabend durch die Straßen der griechischen Hauptstadt spazierte, könnte meinen, die Linken seien Sieger.

Dabei wurde nicht die linksradikale Syriza stärkste Partei, sondern Nea Dimokratia. Die konservative Volkspartei kam auf 29,7 Prozent der Wählerstimmen und wird höchstwahrscheinlich die künftige Regierung stellen.

Deren Vorsitzender Andonis Samaras


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