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Politik | Noura Maan | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Bücher, kurz besprochen

Empörung ist zu wenig

"Empört euch!“, forderte Stéphane Hessel 2010 in seiner Streitschrift. Darin kritisiert der 94-Jährige die Macht des Finanzkapitalismus und die Missachtung der Menschenrechte und ruft dazu auf, Widerstand zu leisten. Sein Pamphlet erlangte weltweite Beachtung, beinhaltete aber kaum konkrete Vorschläge zur Schaffung einer besseren Welt. Ein Jahr später folgte das Büchlein "Engagiert euch!“, ein Gespräch zwischen ihm und dem französischen Journalisten Gilles Vanderpooten, das Empörung in realen Widerstand verwandeln wollte.

In seinem neuesten Werk, "Empörung - Meine Bilanz“, zieht der ehemalige Résistance-Kämpfer und KZ-Häftling Hessel Resümee über sein Leben. Dabei geht er auf den Einfluss von Dichtern und Philosophen ein und auf seine eigenen Begegnungen mit Menschen, die sein Leben geprägt haben. Bei seinen oftmals etwas zu sehr ins Detail gehenden Ausführungen gerät die Intention des Autors nie aus dem Blickfeld: Empörung allein reicht nicht, um etwas zu verändern, es müssen Taten folgen.

Stéphane Hessel: Empörung - Meine Bilanz. Pattloch, 233 S., € 17,50


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