Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Um des Kaisers Blutbad: Die Säle des Ersten Weltkriegs sperren zu

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Wer in Erinnerungen über Österreichs verlorene Größe schwelgen wollte, konnte bis dato ins Heeresgeschichtliche Museum gehen, um dort Landkarten und Uniformen, Säbel und Haubitzen aus der Habsburgerzeit zu sehen. Damit ist nun Schluss. Am vergangenen Sonntag fand die letzte Führung durch die alten Säle des Ersten Weltkriegs statt. Erst ab 28. Juli 2014, anlässlich des 100. Jahrestags des Beginns des Vielvölkergemetzels, wird die dann neu kuratierte Ausstellung wieder zugänglich sein.

Weil es die letzte Führung war, leitete sie der Direktor des Museums, M. Christian Ortner. Er erinnerte an den (vom Vergessen bedrohten) Wahnwitz der Monarchie. Überforderte Generäle, die sich ihre Frauen und bestes Essen an die Balkanfront bringen ließen, während sie zehntausende Männer in den Tod jagten, um dem Kaiser die Eroberung von Belgrad zum 66. Thronjubiläum schenken zu können. Die Stadt konnte übrigens keine zwei Wochen gehalten werden.


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