Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Die SVA befragt ihre Mitglieder, und die werden dabei narrisch

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Ein Jahr lang brachten Unternehmer und Selbstständige ihre Sozialversicherungsanstalt (SVA) mit medienwirksamen Flashmobs unter Druck: Sie bettelten im ersten Bezirk um Geld, schenkten Armensuppe aus und zogen sich in der SVA-Zentrale das "letzte Hemd“ aus, um auf ihre finanzielle Misere aufmerksam zu machen. Die SVA hat laut aktuellen Zahlen jeden fünften Versicherten gemahnt und fast jeden zehnten exekutiert. Nun hat sie auf die Proteste reagiert: Vergangene Woche verschickte sie eine halbe Million Briefe an ihre Versicherten; sie sollen nun in einer Urbefragung über die Zukunft ihrer Versicherung mitbestimmen dürfen. So etwas habe es bisher noch von keiner Versicherungsanstalt gegeben, wirbt die SVA.

Die kritischen SVA-Versicherten, die sich in der Gruppe Amici delle SVA versammeln, reagierten mit einer Pressekonferenz. Titel: "Wir werd’n narrisch.“ Ort: der Narrenturm. Zwar freue man sich über die Öffnung, doch der Fragebogen sei teils manipulativ, wichtige Hintergrundinformationen würden fehlen. Der Zorn der Versicherten richtet sich auch gegen Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Dass Versicherte in den Konkurs geschickt werden, sei seine Schuld. Deshalb gibt’s den nächsten Flashmob. Am 26. Juni vorm Sozialministerium.


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