Mediaforschung Nachfragekolumne

Frau Grossberger, warum führt Ottakringer Trauungen durch?

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Der Altar besteht aus Bierkisten. Die Zeremonie leitet kein Priester, sondern ein sogenannter "Braumeister“. Zum Schluss erklärt dieser nicht "Sie dürfen die Braut nun küssen“, sondern stößt mit dem Pärchen an und sagt feierlich "Prost!“.

Ungefähr so läuft eine Trauung am Ottakringer-Braualtar ab. Die Firma probiert derzeit ein neues Promotiontool auf heimischen Festivals aus. Dort können Paare "verottakringt“ werden, wie Brauerei-Chefin Christiane Wenckheim erklärt: "Am Nova-Rock-Festival traten in nur drei Tagen 350 Paare vor unseren Braualtar.“

Dort schließt man nicht den Bund fürs Leben, sondern den Bund fürs Festival. Am Urban Art Forms Festival, das von 5. bis 7. Juli in der Steiermark stattfindet, wird Ottakringer erneut trinkfreudigen Paaren seinen Segen geben. Die Musikevents sind für Brauereien eine gute Gelegenheit, die eigene Marke geschickt zu positionieren. Am Braualtar macht sich Ottakringer die Feierlaune der Besucher zunutze. "Gemeinsam wollt ihr nun jetzt schreiten, die Mühen des Lebens zu zweit bestreiten“, sagt der Braumeister zum jeweiligen Pärchen, "es soll gelingen euch gar gut, ich hoff, es verlässt euch nicht der Mut. Sollt es dennoch mal so sein, schenkt euch ein Ottakringer ein.“

Vor dem Braualtar sind alle Menschen gleich. "Es gibt gleichgeschlechtliche Paare oder auch Dreier- und Viererteams“, erklärt Wenckheim, "jeder, der sich verottakringern will, kann das tun.“ Da ist die Brauerei der katholischen Kirche wohl einen Schritt voraus.


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