Kleine Songs, große Gefühle: Ein neuer CD-Sampler findet den Soul im deutschen Schlager

Feuilleton | Musikkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

Samir H. Köck ist als Soul-Connaisseur bekannt. Der neueste CD-Sampler des Wiener Journalisten, DJs und Musikenthusiasten widmet sich dem deutschen Schlager. Ein Widerspruch? Nicht wirklich.

Wie im Soul steht auch im Schlager die Liebe im Zentrum, wie im Soul werden komplexe Sachverhalte bisweilen in entwaffnend einfache Reime gebracht, und wie im Soul kann auch der gute Schlager zu Tränen rühren. Oder besser gesagt: Er konnte es, damals, in den 1960er- und 1970er-Jahren.

"Schlager, das ist im Optimalfall unverstellte seelische Wahrheit, die vor der Banalität des Glücks nicht zurückschreckt“, schreibt Köck in den Linernotes zur Doppel-CD "Im Fieber der Nacht“, die sich genau dieser Ära widmet.

"Im Unterschied zum noblen Chanson hat der Schlager keinerlei Scheu, die zumeist amourösen Wünsche seiner Protagonisten geheimnislos zu beschreiben. Den stechenden Schmerz der Sehnsucht, die Qual des Verlassenwerdens, das unbeirrbare Aufbäumen nach Zurückweisung - der Schlager formuliert


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