Weltarchitektur, die auf Weltangst gründete

Feuilleton | Nachruf: Jan Tabor | aus FALTER 25/12 vom 20.06.2012

In Österreich wurde die Bedeutung des Weltarchitekten Günther Domenig nicht wirklich zur Kenntnis genommen

Günther Domenig war ein ängstlicher Mensch. Die Ängste, die ihn plagten, waren zahlreich und mannigfaltig. Manche davon waren skurril, andere - wohl die meisten - nicht ganz unberechtigt. Schlimm war seine Furcht vor Architekturkritikern. Mir hatte er seinerzeit vorgehalten, in der Arbeiter-Zeitung über seine Zentralsparkasse-Filiale unter dem Titel "Gaudi in Favoriten“ geschrieben und diese damit als bloße Spaßarchitektur, als bloße "Gaudi“ eben herabgesetzt zu haben.

Gemeint war freilich, dass es Domenigs vortrefflichem Bauwerk zustünde, mit der Architektur des katalanischen Nationalhelden Antoni Gaudí gleichgesetzt zu werden. Und ein tatsächlich mieser Aufsatz in der Presse, der seine Gestaltung des Humanic-Geschäfts in der Währinger Straße kritisierte, der er eine große künstlerische Bedeutung zuschrieb, beschäftige Domenig über Jahre.

Besonders seltsam war


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